Holzskulpturen
Ein Holzblock vor mir. Ich übertrage die Zeichnungen der Figur von allen vier Seiten auf das Holz.
Um die ersten rudimentären Holzstücke zu entfernen, greife ich zur Motorsäge. Danach nähere ich mich mit Meisseln und dem Klöppel der Skulptur an. Das ist zu Beginn ein aufwändiger Weg. Wo ist was? Wie weit vorne, wie weit hinten liegt die Schulter, das Kinn, die Brust, der Bauch, das Knie? Was trägt sie? Auch die Bekleidung muss ich einplanen, damit genügend Holz stehenbleibt. Das Dreidimensionale fordert mich auf gute Weise heraus.
Sie sind rundlich, kräftig, fein, stark, präsent. Sie stehen, liegen, sitzen, sind angezogen, selten nackt, immer in Farbe gefasst. Meist Frauen, kaum Männer. Als Frau übertrage ich den weiblichen Körper in ein Werk, deshalb Frauenskulpturen. Dass die Frau dadurch an Präsenz gewinnt, gefällt mir.
Die kleinen Gesten faszinieren mich. Es braucht wenig, um Unterschiedliches ausdrücken zu können. Dialoge entstehen. Wie jedes künstlerische Werk bieten die Figuren eine Plattform für Projektionen und eigene Auseinandersetzungen, nicht bloss für mich, sondern auch für die Betrachterinnen und Betrachter.